Ein Sommergast

Am 04.07. zog der „kleine“ Zion bei uns ein.

Er ist ein ausgewachsener Igel, wahrscheinlich vom letzten Jahr.
Eigentlich sah er vom allgemeinen Erscheinungsbild auch gar nicht so schlecht aus, aber er hatte eine Wunde in Höhe des linken Auges.

Zunächst bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen Biss handeln würde und das Auge verloren ist. Die Infektion war da, aber noch nicht weit fortgeschritten, er hat sich rechtzeitig Hilfe gesucht.

Zion ist sehr schüchtern und hat sich nur sehr schlecht untersuchen lassen. Aber irgendwie geht es ja immer und man hat ja dann auch schon nach so vielen Jahren seine Tricks, auch ganz ohne Narkose.
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Inzwischen sieht es sehr gut aus, die Infektion ist am Abklingen. Das Auge ist auch sogar noch vorhanden, aber ich fürchte, dass er erblindet sein wird. Genaues kann man aber erst sagen, wenn auch die letzten Reste der Entzündung weg sind.

Was die Ursache ist, kann ich nur vermuten. Die Biss-Theorie konnte nicht bestätigt werden. Es gibt keine anderen Hinweise auf eine Kollision mit einem anderen Tier. Aber evtl könnte etwas eigentlich ganz Harmloses Schuld sein. Beim Säubern kam mir eine Granne unter. Es ist durchaus möglich, dass der kleine Zion einfach unterwegs beim Stöbern eine Granne ins Auge bekommen hat, welche sich dann entzündet hat…

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Es geht ihm aber auf jeden Fall besser – er randaliert auch schon im Käfig herum, frisst gut und ist aktiv und wohlgenährt.
Sobald das Auge nichts mehr absondert, was Fliegen anlocken könnte, kann er ins Außengehege und dann auch bald losziehen.

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Besondere Gefahr (Achtung Bilder)

Mich verfolgen zur Zeit in der Nachbarschaft grausame Geräusche.
Rasentrimmer und Motorsensen sind in vollem Einsatz.
Und sie können so viel Unheil anrichten.
Dicht gefolgt oder sogar noch übertroffen von den modernen Mährobotern, die Tag und Nacht unterwegs sind und damit der Fauna gar keine Pause mehr lassen ihren natürlichen Gewohnheiten nachzugehen und sie dabei skalpieren oder amputieren.

 

Das ist Fritzi – und ja, Sie dürfen gerne hinsehen.
Diesem jungen Igel wurde die Nase von einem Rasentrimmer halbiert.
Er hat überlebt, aber man kann die Schmerzen nur erahnen.
Ich habe ihn auf meinem Grundstück gefunden, er lieferte sich sozusagen selbst ein und ich war einfach nur schockiert. Wir nutzen keinesfalls Rasentrimmer – uns stören die drei Grashalme am Zaun nicht… aber die gesamte Nachbarschaft liebt aalglatte Flächen ohne ströhrende unschöne Einflüsse.

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Das ganze Ausmaß wurde erst sichtbar, als ich die Dreckkruste entfernte.

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Der Nasenknorpel der gesamten rechten Seite war zertrümmert und ich musste Fragmente entfernen. Ich hatte die große Hoffnung, dass sich der Rest evtl regenerieren könnte und vor allem, dass es sich NICHT entzünden würde.

Viele Wochen dauerte seine Behandlung. Er ließ alles ganz artig und lieb über sich ergehen. Er ließ mich immer machen und zuckte nie zurück.
Entzündet hatte es sich nicht, aber der restliche Nasenknorpel starb leider ab, so dass der Nasengang am Ende fast frei lag. So entstand eine offene Verbindung zum Kiefer.
Es war eine Frage der Möglichkeiten und wie es sich entwickeln würde.

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Auf diesem Bild ist die Wunde schön frisch versorgt. Und er schaut so schön lebensfroh. Seinen Lebensmut hat Fritzi bei all den Tortouren nicht verloren. Ein dreiviertel Jahr war er dann schlussendlich bei uns gewesen, denn über den Winter konnte er dann mit der Nase nicht mehr in die Freiheit.
Im Mai 2018 konnte er dann endlich losziehen.

Er kam uns im Laufe des Jahres immer noch an der Futterstelle besuchen. Wir hatten ihn öfter auf unserer Wildcam, die in der Box steht und auch eines nächtens ist er mir in die Arme gelaufen.

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Er schien damit klar zukommen.
Ich hoffe sehr, dass er immer noch am Leben ist und sich das alles gelohnt hat.

Jedes Jahr bete ich für meine Überwinterlinge, dass sie heil diesen Gefahren entkommen. Ich schärfe ihnen beim Abschied immer ein, sich davon fern zu halten. Aber das ist ja natürlich nur Wunschdenken. So lange die Nachbarn jedem Halm noch im Wachstum mit diesen Monsterdingern beikommen wollen, wird es immer wieder Igelleid geben.

Igel rennen nicht weg bei Gefahr – sie rollen sich nur ein. Und im Sommer wohnen sie hier:

Unter der Tanne ist dieses Igelnest. Genau die Stelle, die so gern getrimmt wird…
Bitte schaut einfach mal nach, bevor ihr diese Monsterdinger anwerft. Ihr könnt damit unendliches Leid ersparen.
Und Mähroboter bitte über Nacht pausieren…. sie halten nicht an, da sie einen Igel als Hindernis nicht erkennen. Ich möchte Euch die Bilder von Igeln, die da reingeraten sind, ersparen. Da ist die Verletzung von Fritzi nichts dagegen…

Froher Abschied

Leider…  oder glücklicher Weise war es gestern Abend wieder soweit…

6 der 7 Linge konnten gestern in die Natur auswandern.

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So waren die kleinen Hübschen zu uns gekommen. Das war ein wunderschönes Erlebnis. Ich bin sehr dankbar, dass ich das so miterleben durfte.

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Am Karfreitag brachten die 6 Damen und Herren zwischen 730 und 997g auf die Waage und waren putzmunter und super fit.

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Die Wiege-Session fanden sie jetzt nicht so ganz toll, war ja aber notwendig, ebenso die körperliche Untersuchung.

Und natürlich ist es toll, dass sie losmarschieren konnten, sie haben sich noch nicht einmal die Zeit genommen noch einmal eine kleine Stärkung mitzunehmen. Die Näpfe waren noch so voll, wie hingestellt. Sie haben das Loch entdeckt und sind wahrscheinlich schnurstracks los…
Ein lachendes und ein weinendes Auge bleibt zurück. Immerhin weiß ich um die ganzen Gefahren unterwegs, hört man doch in der Nachbarschaft schon wieder permanent den Rasentrimmer und die Motorsense laufen. Es sind wie Muttergefühle, wenn man an die Straße und die Hunde denkt. Aber leider kann man sie nicht für ewig beschützen…

Also – ein gutes und langes Leben Ihr kleinen großen Stachelritter…
Mal sehen, wer noch alles so fressen kommt abends…

Ach ja, und Nummer 7 hustet etwas und muss noch etwas beobachtet werden. Er war von den großen Geschwistern wahrscheinlich immer vom Futternapf weggedrängt worden, denn er war einen Mittag plötzlich ziemlich wacklig und eingefallen unterwegs. Er hat einen Gewichtsrückstand von mind 200g auf den anderen leichteren Geschwister. Aber er erholt sich gut.

Frühling…

Durch die anhaltenden frühlingshaften Temperaturen sind unsere Stachelritter wohl ausgeschlafen…

Unsere 7linge sind vollständig wach und aktiv. Es geht allen super gut. Sie konnten sich über den Winterschlaf einen guten Zustand erhalten.

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Auch unseren anderen beiden kleinen Damen geht es gut.
Petra ist schon munter und futtert auch fleißig. Lässt sich nur nicht mit der Kamera einfangen.

Knöpfchen musste kontrolliert werden, daher ein extra Passfoto ❤

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Von Kollegen wissen wir, dass die Igelstationen anderswo richtig böse zu tun haben, da durch das zeitige Erwachen die Zustände der erwachenden Igel teils katastrophal sind.
Solltet Ihr also einen Igel finden, dann meldet Euch bitte bei uns, wir schauen, ob es dem Knirps gut geht.

 

Ein neuer Gast

Gestern kam die kleine Petra zu uns. Sie wiegt 457g und ist damit zu klein für den Winterschlaf in der Natur und diese Temperaturen.

Sie hat ein paar Flöhe und diverse Zecken, aber an sich geht es ihr auf den ersten Blick soweit gut. Sie hat keine Verletzungen und auch der Kot sieht super aus. Das heißt, sie kann im Außenbereich bleiben, aber bekommt es mit voller Pflege.

 

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Knöpfchen hat ein eigenes Refugium…

Es gibt ja Gott sei Dank nicht nur traurige Nachrichten bei uns. Es gibt ja noch 8 weitere Igelchen, denen es ganz hervorragend geht.

Knöpfchen ist gestern aus ihrer Katzenbox und der Praxis ausgezogen und hat nun ein eigenes kleines Refugium bekommen im Außenbereich.
Sie ist stabil und zickiger den je…  😉 – sie hat sich als begnadete Nestbauerin erwiesen 😉
Knöpfchen wiegt zur Zeit 340g.

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Natürlich wird sie weiterhin engmaschig überwacht und sollte sich zeigen, dass sie mit dem Außenbereich nicht zurecht kommt, dann wird sie entsprechend wetterunabhängig untergebracht.

Gute Reise, kleine Maxi…

Unsere Maxi kam ja schon am 02.08. zu uns. Nach einem krassen Hundebiss und nach einer Odyssee von Arzt zu Auffangstation und umgekehrt. Nach viel viel Antibiotika und zig Wurmkuren kam sie dann endlich hier an.

Ihre Verletzungen ergaben sich hier bei einer genauen Untersuchung als schwerer als zuerst angenommen.
Ich hatte ja berichtet, dass es eine Spalte im Oberkiefer gab, die einen Durchgang zur Nase bildete. Also einmal Hundeschneidezahn komplett durch. Der linke Oberkiefer hatte keine Zähnchen mehr und so hin auch die Zunge immer ein wenig seitlich heraus.

Nach einer etwas holprigen Wundheilung mit einer leichten Infektion, ergab aber alles ein schönes Bild. Maxi konnte fressen und schien gut mit allem klar zukommen.
Sie nahm schön zu und machte an kalten Tagen sogar schon mal eine kleine Schlafpause.
Alles in allem also ein guter Weg.

So schien es jedenfalls. Denn vor 4 Tagen stellte Maxi endgültig das essen ein, aber es hatte nichts mit Winterschlaf oder Vorruhe zu tun.
Sie war wach und lief auch durch ihre Box, aber sie fraß absolut nichts.
Futterwechsel brachte nichts. Es gab keinen offensichtlichen Befund einer Verschlechterung der Wunde oder ähnliches. Es war unerklärlich.

Um sie zu stabilisieren gab es Infusionen und Aufbau-Mousse. Aber leider hat sich Maxi entschieden den anderen Ausweg zu nehmen.

Im Großen und Ganzen muss ich dazu sagen, dass es nicht die schlechteste Entscheidung von ihr war, denn es stand noch im Raum, ob sie ein Wildtier hätte bleiben können.
Ich hatte schon mitbekommen, dass sie nur noch weiches Futter essen konnte und alles andere von ihr gemieden wurde.
Die Spalte, von der ich hoffte, dass sie sich noch ein wenig schließen würde, tat das leider nicht und der Durchgang zur Nase blieb auch offen.
Dadurch, dass ihre Zunge immer ein wenig heraus hing, lief immer Speichel aus ihrem Mäulchen und suppte alles um sie herum ein. Das Fellchen am Mäulchen und auf der Brust war schon ganz dünn davon.
Sie machte auch das linke Auge nicht mehr auf. Eventuell ein Nervenproblem durch den Biss. Bei der Heftigkeit waren sicher Nerven zerstört worden.

Insofern ist es zwar unendlich traurig, vor allem, weil dieser krasse Wechsel auch so plötzlich kam, aber wenn man ganz ehrlich sein möchte….  offenbar hat die Natur entschieden.

R.I.P. kleine Maxi

Notfall von kurzer Dauer…

In diesem Jahr komme ich mir echt vor, wie der Todesengel der Igel…

Gestern Mittag kam Notfall, der sich schnell als Intensivpatient herausstellte.
Zwar wog das ausgewachsene Alttier noch 841g, aber das muss dennoch ein Bruchteil seines Originalgewichtes gewesen sein.
Sie war ein Mädchen und dehydriert und auch sehr eingefallen.

Äußerlich war sie unverletzt und lediglich ein reich untervermietetes Flohtaxi.
Aber sie war so schwach und ausgekühlt, dass sie sich mehr im Halbschlaf befand.

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Erstversorgung mit Wärme und Infusion lief zunächst recht gut an.
Intensivpatienten bedeuten ja auch immer – es gibt auch keine Nacht.
Jede Stunde nach ihr gesehen und sie gebettet und die Wärmflasche erneuert.
Sie sah mich auch an und reagierte.

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Son bisschen Einrollen ging auch noch. Aber dann kam ein Nasenausfluss dazu, der immer leicht blutig war.
Leider kein gutes Zeichen. Aber da sie zu schwach für irgendeine mögliche weitere Behandlung war, musste es erstmal bei der Stabilisierung bleiben.

Die kritischste Zeit zwischen 4 und 6 Uhr morgens, hatte sie schon überstanden und sie bekam die neue 1. Infusion des Tages.
Aber leider hat sie in der Zwischenzeit von einer Wärmflasche zur anderen den Kampf dennoch verloren.

R.I.P. kleine Rudy…

Badetag…

Also normalerweise müssen die Scheißer ja nicht gebadet werden.
Aber wenn man sich dermaßen die Pfötchen verkleistert, dass man es nicht mehr abrubbeln kann, dann muss man eben auch mal warm baden….

Sie fand es jetzt nur mäßig toll, aber es hatte Erfolg und das ist wichtig, bevor sich die kleinen Füßchen noch entzünden.